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Banksy vs. Warhol – der Popart Effekt

Freitag, Juni 11th, 2010

Im Londoner “Hospital” findet derzeit eine Gegenüberstellung Banksy vs. Andy Warhol statt. Da war es wohl kein Zufall, dass am Morgen nach der Ausstellungseröffnung ein Marylin Monroe Kopf auf dem Gehweg aufgesprüht war. Angebracht von Banksy selbst, versteht sich!

Nachdem Banksy in letzter Zeit eher im Ausland auf sich aufmerksam gemacht hat, scheint er derzeit wieder mehr in seinem Heimatland England aufzutreten – sehr zur Freude der Engländer, versteht sich auch von selbst.

Bis zum 1. September kann man nun in dem Londoner Ausstellungraum “The Hospital” zwei Ikonen in der direkten Gegenüberstellung bewundern: Die etablierte Lichtgestalt des Popart, Andy Warhol und der “Robin Hood” der Street Art, Banksy, der ja strikt aus dem Verborgenen aktiv wird.


Wie das Art-Magazin zu berichten weiß, dreht sich die Ausstellung um Gleichheiten und Gegensätze beider Künstler:

“Die Ausstellung zeigt erstmals, wie sehr sich Banksy aus der Warholschen Bildwelt bedient, und sie enthüllt die feinen Nuancen, die er sich dabei erlaubt. Da hängt die „Marilyn“ Andy Warhols neben einem scheinbaren Abbild ihrer selbst. Auf den beiden Siebdrucken scheint das Frauengesicht auf den ersten Blick identisch: die toupierten gelben Haare, das rosa Gesicht – doch der Mund ist anders: Warhol bildet den Kirschmund der Monroe ab, während er bei Banksy schräg wirkt, vielleicht ein bisschen grantig, eben so wie bei einem wohlbekannten Mädchen aus Croydon. Aus „Marilyn“ von 1967 ist „Kate Moss (Black)“ von 2005 geworden. Hier spielt Banksy mit unserer auf Kenntnis und Erwartung basierenden Sehroutine. Im ersten Moment dominieren die Gemeinsamkeiten, und im nächsten kann man vor lauter Unterschieden plötzlich keine mehr entdecken.”

Jedoch finden sich durchaus auch Parallelen zwischen beiden Künstlern: beide haben einen zynischen Blick auf die Welt des Konsums gerichtet. Man nehme nur Warhols berühmte Suppendosen-Bilder, mit denen er offensichtlich den Reklame-Götzen auf die Füße treten wollte. Banksy griff diese Idee 2005 auf und zog die englische Billig-Supermarktkette “TESCO” durch den Kakao. Statt aber auf Luxus zu setzen, greift er die in der Zeit groß gewordene “Billig, Billiger, am Billigsten” Mentalität auf und bildete eine TESCO Suppe ab. Eines dieser Drucke hängte Banksy übrigens ungefragt im New Yorker MoMA auf.

Dann wäre da noch die verschiedene Interpretation von “Queen Elizabeth”. Warhol zieht in diesem Falle eine wohlwollende Darstellung vor, während Banksy eher eine Satire auf die Monarchie wählt (aus der Nähe sehen manche Dinge eben ganz anders aus!).


Allerdings zeigt die Ausstellung aber den großen Unterschied der beiden Künstler: während Warhol sich auch selbst mal gerne in Szene setzt, agiert Banksy nach wie vor nur aus dem Untergrund und bis heute weiß die Öffentlichkeit nicht, wer er wirklich ist.

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