Posts Tagged ‘Keith Haring’

Straßenkunst: Das letzte Stiefkind der Bildenden Kunst

Dienstag, Februar 22nd, 2011

Mein Buchtipp der Woche:

Straßenkunst: Das letzte Stiefkind der Bildenden Kunst

Erschienen bei:

TASCHEN
Trespass. A History of Uncommissioned Urban Art
Seno, Ethel (Editor)
McCormick, Carlo
Hardcover
23.5 x 32 cm
320 Seiten
29.99 EUR

Beschreibung:

Graffiti und nicht-sanktionierte Kunst – von den lokalen Ursprüngen zum globalen Phänomen

In den letzten Jahren wurde die Straßenkunst zunehmend kühner, schmuckvoller, raffinierter und – vielfach auch – akzeptabler. Dennoch bleibt die nicht-sanktionierte Kunst im öffentlichen Raum das Problemkind des kulturellen Ausdrucks, das letzte Stiefkind der Bildenden Kunst. Außerdem wurde sie zu einem weltweiten Phänomen des 21. Jahrhunderts.

In Zusammenarbeit mit den präsentierten Künstlern entstanden, erkundet Trespass Aufstieg und globale Verbreitung von Graffiti und urbaner Kunst; behandelt werden die Schlüsselfiguren, Ereignisse und Strömungen der Selbstdarstellung im öffentlichen Raum und die Geschichte von urbaner Rückgewinnung, Protesthaltung und ungesetzlicher Ausführung. Trespass ist das erste Buch, das die ganze historische Tragweite, globale Dimension und technische Entwicklung der Straßenkunst präsentiert, zusammen mit den Hauptwerken von 150 Künstlern – vier Generationen visionärer Outlaws wie Jean Tinguely, Spencer Tunick, Keith Haring, Os Gemeos, Jenny Holzer, Barry McGee, Gordon Matta-Clark, Shepard Fairey, Blu, Billbord Liberation Front, Guerilla Girls und Banksy. Hinzu kommen Dutzende bisher unveröffentlichter Fotos von seit langem nicht mehr existierenden Arbeiten und legendären, kurzlebigen urbanen Kunstwerken.

Enthält außerdem:
*Unveröffentlichte Abbildungen der Straßenkunst von Keith Haring und Jean-Michel Basquiat *Unveröffentlichte Fotos von Martha Cooper, Autorin des legendären Buchs Subway Art
*Unveröffentlichte Fotos aus den Privatarchiven ausgewählter Künstler
*Scharfsinnige Essays von Anne Pasternak (Direktorin von Creative Time, einem Fonds für Kunst im öffentlichen Raum) und des Bürgerrechtsanwalts Tony Serra
*Special feature: exklusives Vorwort von Banksy

Über die Autorin/den Autor:

Carlo McCormick ist in New York zu Hause und Popkulturkritiker und Chefredakteur des Paper Magazine. Er ist der Autor zahlreicher Bücher, Monografien und Kataloge zu zeitgenössischer Kunst und Künstlern, u. a. Beautiful Losers: Contemporary Art und Street Culture, The Downtown Book: The New York Art Scene 1974-1984, Dondi White: Style Master General. Er hat außerdem für Art in America, Art News, Artforum, Spin, Vice und zahllose andere Publikationen geschrieben.

Über den Kurator:

Marc und Sara Schiller gründeten 2001 das Wooster Collective, eine Website, auf der die vergängliche Kunst aus den Straßen in aller Welt gezeigt und gewürdigt wird. Das Kollektiv, das im New Yorker Stadtteil SoHo angesiedelt

Über die Herausgeberin/den Herausgeber:

Ethel Seno fand nach ihrem Studienabschluss am College of Letters der Wesleyan University zu TASCHEN. Sie arbeitete mit William Claxton zusammen an Jazzlife und New Orleans 1960 und mit David LaChapelle an Artists & Prostitutes und Heaven to Hell. Sie ist in Tokio aufgewachsen, fühlt sich am wohlsten in urbanen Großstädten und wohnt derzeit in Los Angeles.

Keith Haring – Graffiti Künstler der “Wilden Jahre”

Dienstag, Juni 1st, 2010

Der US-amerikanische Künstler Keith Haring (* 4.Mai 1958 in Reading, Pennsylvania, † 16. Februar 1990 in New York) war in seiner Kunst stark vom Graffiti beeinflusst.
Er interessierte sich schon früh für Kunst und um seiner Vorliebe näher zu kommen, studierte er von 1976 bis 1978 kurz an einer kommerziellen Kunstschule in Pittsburgh. Dieses Studium brach er allerdings 1978 ab, um nach New York zu gehen.

Geprägt hat ihn dort das in den 1960er-Jahren entstandene Graffiti Writing. Er nahm das Studium wieder auf und ging an die „School of Visual Arts“.

Mit seinen Kreidezeichnungen auf abgedeckten Werbetafeln in der New Yorker U-Bahn erlangte er erste öffentliche Aufmerksamkeit, festgehalten wurden die Werke von dem Fotografen Tseng Kwong Chi. Zu dieser Zeit wurde auch das „Radiant Baby“ (Baby mit Strahlenkranz) zu seinem Markenzeichen bzw. Symbol.

Ab 1980 organisierte er Ausstellungen im Club 57, einem legendären Schwulen Club und nahm an der Times-Square-Ausstellung teil. In dieser Zeit malte er auch erstmals Tiere und menschliche Gesichter. 1981 dann entwarf er seine ersten Kalkzeichnungen auf schwarzem Papier und bemalte alle möglichen Gegenstände aus Kunststoff, Metall und gefundenen Gegenständen. Ungefähr zu dieser Zeit traf er auch nicht dem Graffiti Künstler „L.A.II“ (Angel Ortiz) zusammen und es folgte 1982 eine erste Einzelausstellung in der Tony Shafrazi Gallery.

Ebenfalls im Jahr 1982 kam Haring nach Deutschland und nahm an der Documeta 7 in Kassel teil.
Schließlich lernt er Andy Warhol kennen, und die beiden werden Freunde. Auch Warhol mit seiner Popart hat einen gewissen Einfluss auf Haring ausgeübt. Ein bekanntes Werk aus dieser Zeit ist die „Andy Mouse“, eine Mischung aus Andy Warhol und Mickey Mouse.


1984 tauchen einige Werke an den Wänden in Sydney, Melbourne, Rio de Janeiro, Minneapolis und Manhatten auf.
Im Jahre 1985 begann er dann, auch auf Leinwand zu malen, die dann ab 1986 in dem von ihm eröffneten „Pop Shop“ (Lafayette Street, Soho) verkauft wurden.

In den folgenden Jahren kamen dann zahlreiche Graffiti Werke in den verschiedensten Metropolen dieser Welt dazu, u.a. auch eines in Berlin, am Checkpoint Charlie.

Grace Jones hat er für ihr Video „I‘m not Perfect“ in ein „Body Graffiti“ gehüllt.

Bemerkenswert ist auch, dass er sich seit 1987 mit seiner Kunst stark für Benefiz-Aktionen gegen Immunschwächekrankheit AIDS engagierte, an der er selbst 1988 erkrankte. Zwei Jahre später verliert er den Kampf gegen sie, nachdem er aber vorher die gemeinnützige Keith-Haring-Stiftung gegründet hat und sich in der Widespread-Kampagne für die AIDS-Vorsorge stark gemacht hat.

Für eine posthume Würdigung des Künstlers und sein Engagement für die Kunst und gegen die Bekämpfung von AIDS drehte die Regisseurin Christina Clausen den Dokumentarfilm „The Universe of Keith Haring“, der im Juli 2009 in die Kinos kam. Er enthält Tonaufnahmen von Interviews mit Haring, Mitwirkende sind u.a. Madonna und Andy Warhol, sein alter Freund.

The 80s Revisited – Keith Haring in Bielefeld

Montag, April 12th, 2010

Derzeit findet in der Kunsthalle Bielefeld die Ausstellung „The 80s Revisited“ statt, bei der unter anderem auch Werke von Keith Haring gezeigt werden.

Keith Haring machte sich in den 80er Jahren mit seinen Werken als Graffiti Künstler weltweit einen Namen. Seine Werke sind deutlich von der damaligen Welle des Popart beeinflusst, und auch eine Inspiration durch Comics lässt sich nicht abstreiten.

Die Ausstellung „The 80s Revisited“ zeigt die Sammlung des Schweizer Galeristen Bruno Bischofberger. Der Kunst dieser wilden Epoche widmete sich kein anderer so intensiv als er. Die Sammlung ist derart umfassend, so dass die Ausstellung zweigeteilt wird.
Der erste Teil zeigt bis zum 20.06. neben Keith Haring auch John Armleder, Francesco Clemente, Enzo Cucchi, Jirí Georg Dokoupil und die Mülheimer Freiheit, Rainer Fetting, Salomé, Kenny Scharf, Philip Taaffe und andere.

Der zweite Teil wird 2011 gezeigt und wird Künstlern wie Andy Warhol, Julian Schnabel oder Jean-Michel Basquiat gewidmet.

Streetart

Donnerstag, März 4th, 2010

Der Begriff “Streetart” ist ein Sammelbegriff für alle künstlerischen Graffiti, die nicht dem Writing zugeordnet sind. So fallen z.B. “Stencil”, die “Stickerkunst”, “Adbusting” und “Plakatierung” darunter.

Dabei kommen die verschiedensten Medien und Materialien zum Einsatz, wie etwa Marker, Malerrollen und Pinsel, Aufkleber, Poster oder Sprühdosen. Eben alles, was recht ist, die eigenen Werke zu erstellen und zu präsentieren. Bemalt oder beklebt wird dabei alles, was man sich vorstellen oder nicht vorstellen kann, Wände gehören dabei eher zu den “langweiligeren” Untergründen. So werden dann auch gerne mal Stromkästen, Verkehrsschilder, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln, Bürgersteige und Straßen mit in das Kunstwerk einbezogen, ja selbst Bäume werden mit einbezogen bzw. umgestaltet.

Ebenfalls zur Streetart zählen Installationen im öffentlichen Raum. Oftmals werden hierfür erstellte Objekte, wie z.B. gestaltete Leinwände, Bretter oder Ähnliches, sowie Skulpturen oder Plastiken, an vorhandenen Objekten anbebracht, so dass diese dann in einen neuen Kontext stehen. Da sich die Techniken der Streetart mit denen des Graffiti oftmals überschneiden, ist es heutzutage schwierig, zwischen den beiden Begriffen zu unterscheiden.

Mittlerweile gibt es auch viele legale Auftragsarbeiten, jedoch sind die meisten Werke illegal angebracht. Darum wundert es nicht, dass die meisten Künstler dann doch lieber anonym bleiben, bzw. nur unter ihrem Pseudonym bekannt sind.

Für viele Streetart Künstler liegt die Motivation im Spaß an der Sache, und der Möglichkeit, das eigene Umfeld auf kreative Weise visuell mit- bzw. umzugestalten. Manche sehen wohl darin auch einen künstlerischen Gegenpol zur omnipräsenten Werbung, oder der “Gentrifizierung”. Und für andere wiederum spielt ein gewisser egozentrischer Hang eine Rolle, seinen (Künslter-) Namen möglichst oft zu verbreiten. Inhaltlich wendet sich Streetwart oft gegen Konsumismus, Kapitalismus und Öffentliche Ordnung, oftmals fehlt aber auch eine konkrete Botschaft, und das Kunstwerk ist einfach nur schön anzusehen.

Als Urvater der Streetart gilt Gérard Zlotykamien. Als erster Künstler überhaupt begann er 1963 im öffentlichen Raum zu arbeiten. Anfangs zeichnete er mit Pinsel und Kreide, später dann mit Sprühfarbe, symbolhafte Strichfiguren (seine sog. Éphémères) auf Mauern und andere Untergründe. Weitere bedeutende Künstler dieses Genres sind unter anderem Keith Haring, Blek le Rat und Banksy.

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