Archive for the ‘Graffiti Formen’ Category

Pixação

Freitag, März 5th, 2010

Eine spezielle Form von Gang-Graffiti ist das sogenannte Pixação. Diese Art von Graffiti kommt ursprünglich aus Brasilien, dort trat es erstmals Ende der 1970er-Jahre in Sao Paulo auf.

Ähnlich zum Gang-Graffiti werden auch hier überwiegend einfarbige “Tags” mit Sprühdosen oder Malerrollen angebracht. Das besondere daran ist, dass die Graffiti oftmals an sehr hohen Stellen gefunden werden können. Auch hier bilden überwiegend Buchstaben in Frakturschrift Form die Basis, es wird aber durchaus auch mal auf Runen oder auf die Typografie der Logos von Heavy Metal Bands zurückgegriffen. Die Akteure, auch Pixadores genannt, bringen aber gelegentlich auch figürliche Darstellungen mit ein, und oftmals ist das fertige Kunstwerk dann ein mannshoher Schriftzug.

Gang-Graffiti

Freitag, März 5th, 2010

Wie der Name schon sagt, wird Gang-Graffiti von “Gangs” verbreitet, in dem sie ihre Tags gezielt als Markierung ihres Reviers  (=Turf) anbringen. Diese Schriftzüge sollen eine Warnung an andere Gangs sein, die auf diese Weise gesteckten Grenzen nicht zu überschreiten. In diesen Kreisen gilt es als Provokation, wenn Schriftzüge von verfeindenden Gangs übermalt werden, oder gar in fremden Revier gesprüht wird. Angeblich soll dies auch schon eingesetzt worden sein, um bewusst einen Bandenkrieg auszulösen.

Bereits seit den 1930er-Jahren sind Gang-Graffiti in den USA bekannt, eine Hochburg bildet dort die Stadt Los-Angeles.

Im Gegensatz zum Style-Writing wird beim Ganggraffiti nur nur teilweise auf eine gewisse Ästhetik geachtet. Buchstaben werden nicht miteinander verbunden, die Gestaltung der Buchstaben lehnt sich eher an die “Frakturschrift” an. Leider entstehen auch so gut wie keine mehrfarbigen und kunstvoll ausgestalteten Werke wie beim Writing.

Scratching

Freitag, März 5th, 2010

Scratching, oder Kratzen, kann wohl als eine Reaktion der Writer-Szene auf verstärkte Reinigungsmaßnahmen angesehen werden. Materialien, die dabei zum Einsatz kommen sind (Schleif-)Steine, Sandpapier oder Messer, mit denen vorwiegend in Glas- oder Plastikoberflächen gekratzt wird, in der Hoffnung, dass die Graffiti (meistens Tags) länger erhalten bleiben. Diese Form kommt der ursprünglichen Form von Graffiti – dem Kratzen – am nächsten.

Öffentliche Verkehrsmittel sind die häufigsten “Opfer” von Scratching. In dieser Form ist Scratching meiner Ansicht nach wenig künstlerisch anspruchsvoll. In dieser Form hat es doch eher etwas von Sachbeschädigung und Vandalismus.

Scratching kam erstmals Mitte der 1990er Jahre in New York auf. Jugendliche ritzten ihre Tags in die Fensterscheiben der New Yorker U-Bahnen. Ende der 1990er kam dieser “Trend” dann auch nach Deutschland und hat sich danach von einzelnen Regionen über das ganze Bundesgebiet verbreitet.

Stencil

Donnerstag, März 4th, 2010

Kommen wir hier zu meiner persönlichen Liebingsform des Graffiti – dem Stencil Graffiti. Stencil (Pochoir) bedeutet einfach “Schablone”.

Diese Art des Graffiti ist in seiner Vorbereitungszeit etwas aufwändiger wie andere, da der Künstler zuerst Schablonen von dem gewünschten Bild anfertigen muss. In der Regel werden sie aus Pappe, aber durchaus auch aus Kunststoff oder laminiertem Papier gefertigt. Weniger oft kommen wohl Holz oder Metall zum Einsatz, vermutlich, weil die Bearbeitung diesesr beiden Materialien schwieriger ist. Komplizierte und großflächige Schablonenteile werden dann vor dem Einsatz auf dünnem Kleintierzaun montiert. Somit kann durch Kombination verschiedener Schablonen und Farben eine schier unendliche Vielfalt an Möglichkeiten entstehen. Zum Auftragen der Farbe können neben der Sprühdose auch Pinsel, Ölfarbstifte und Airbrush verwendet werden.

Wer jetzt denkt, dass das Benutzen von Stencil ja eine tolle Erfindung ist, wird sich vielleicht wundern, dass die Technik der Erstellung von Motiven mittels einer Schablone so alt wie das künstlerische Schaffen der Menschheit selbst ist. Kann sich jemand an die berühmten Steinzeit-Menschen Hände erinnern, die an einer Höhlenwand gefunden wurden? Ja, bereits die Steinzeit-Menschen nutzen die Technik und spritzten Farbe beispielsweise über ihre Hände, die sie an eine Wand hielten, und erzeugten auf diese Weise ein Negativabbild. Auch zum Dekorieren von Wänden, Möbel und andere Gegenstände werden schon seit Jahrhunderten Stencilarbeiten verwendet. Ein anderes geläufiges Beispiel ist das Militär, dort werden auch schon seit längerem Schablonen zum Beschriften von Kisten, Container oder auch Fahrzeugen benutzt.

Das Stenciling als Graffiti Kunstform ist offensichtlich in den späten 1970er-Jahren entstanden, anscheinend in der Punkkultur u. a. in Amsterdam. Der erste Boom kam dann in den 1980er-Jahren in Paris auf. Der Künstler „Blek le Rat“ wird in diesem Zusammenhang oft als Gründer des Genres angeführt, obwohl wie gesagt Punks die Technik schon früher für ihre Graffiti verwendeten.

Stencils werden oft zur Verbreitung politischer Ansichten verwendet. So werden häufig Politiker, ideologisch dargestellte Personen, oder politische Symbole abgebildet. Ein mittlerweile sehr bekannter Schablonen-Künstler ist der Brite “Banksy“. Seine Liebe zum Graffiti, gepaart mit dem berühmten englischen Humor hat schon das ein oder andere zynische Graffito entstehen lassen, in denen vor allem die menschliche Moral auf die Schippe genommen wird.

Streetart

Donnerstag, März 4th, 2010

Der Begriff “Streetart” ist ein Sammelbegriff für alle künstlerischen Graffiti, die nicht dem Writing zugeordnet sind. So fallen z.B. “Stencil”, die “Stickerkunst”, “Adbusting” und “Plakatierung” darunter.

Dabei kommen die verschiedensten Medien und Materialien zum Einsatz, wie etwa Marker, Malerrollen und Pinsel, Aufkleber, Poster oder Sprühdosen. Eben alles, was recht ist, die eigenen Werke zu erstellen und zu präsentieren. Bemalt oder beklebt wird dabei alles, was man sich vorstellen oder nicht vorstellen kann, Wände gehören dabei eher zu den “langweiligeren” Untergründen. So werden dann auch gerne mal Stromkästen, Verkehrsschilder, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln, Bürgersteige und Straßen mit in das Kunstwerk einbezogen, ja selbst Bäume werden mit einbezogen bzw. umgestaltet.

Ebenfalls zur Streetart zählen Installationen im öffentlichen Raum. Oftmals werden hierfür erstellte Objekte, wie z.B. gestaltete Leinwände, Bretter oder Ähnliches, sowie Skulpturen oder Plastiken, an vorhandenen Objekten anbebracht, so dass diese dann in einen neuen Kontext stehen. Da sich die Techniken der Streetart mit denen des Graffiti oftmals überschneiden, ist es heutzutage schwierig, zwischen den beiden Begriffen zu unterscheiden.

Mittlerweile gibt es auch viele legale Auftragsarbeiten, jedoch sind die meisten Werke illegal angebracht. Darum wundert es nicht, dass die meisten Künstler dann doch lieber anonym bleiben, bzw. nur unter ihrem Pseudonym bekannt sind.

Für viele Streetart Künstler liegt die Motivation im Spaß an der Sache, und der Möglichkeit, das eigene Umfeld auf kreative Weise visuell mit- bzw. umzugestalten. Manche sehen wohl darin auch einen künstlerischen Gegenpol zur omnipräsenten Werbung, oder der “Gentrifizierung”. Und für andere wiederum spielt ein gewisser egozentrischer Hang eine Rolle, seinen (Künslter-) Namen möglichst oft zu verbreiten. Inhaltlich wendet sich Streetwart oft gegen Konsumismus, Kapitalismus und Öffentliche Ordnung, oftmals fehlt aber auch eine konkrete Botschaft, und das Kunstwerk ist einfach nur schön anzusehen.

Als Urvater der Streetart gilt Gérard Zlotykamien. Als erster Künstler überhaupt begann er 1963 im öffentlichen Raum zu arbeiten. Anfangs zeichnete er mit Pinsel und Kreide, später dann mit Sprühfarbe, symbolhafte Strichfiguren (seine sog. Éphémères) auf Mauern und andere Untergründe. Weitere bedeutende Künstler dieses Genres sind unter anderem Keith Haring, Blek le Rat und Banksy.

Style-Writing

Donnerstag, März 4th, 2010

Die mittlerweile am häufigsten anzutreffende Form von Graffiti ist das Style-Writing/Graffiti-Writing (oder kurz Writing).

Wie das Wort schon sagt, bildet beim Writing die Schrift, also Buchstaben und Zahlen, die Basis für die Bildkomposition. In der Regel erhebt der Ersteller, also der Writer, auch einen gewissen künstlerischen Anspruch an sich selbst. Im Vordergrund steht für den Writer wohl die häufige Verbreitung seines Namens bzw. seines Pseudonyms, natürlich immer in Kombination mit seiner möglichst einzigartiger und ästhetischer Gestaltung. Wenn diese dann auch noch eine gewisse Innovation hervorbringt, dann kann sich er sich eines Höchstmaßes an Ruhm (Fame) sicher sein. Oftmals steht aber die Ästhetik im Vordergund, hat der Writer einen guten Style, dann kann er sich der Annerkennung anderer Szenemitglieder sicher sein.

Writing ist vor allem in der Hip-Hop Szene weit verbreitet. Es bildet neben MCing, DJing und B-Boying eines der vier wesentlichen Elemente des Hip-Hop. Absolut erwähnenswert ist ein besonderes  Charakteristikum der friedlichen Writing-Kultur in diesen Kreisen.  In sogenannten Battles werden Konflikte in gewaltfreien Wettstreits auf künstlerischer Ebene durchgeführt. Einer der bekanntesten und weltweit größten Writing-Wettbewerbe ist der “Write4Gold“. Hier treten Writer zunächst auf nationaler Ebene gegeneinander an, und in weiteren Runden geht es dann auf internationale Ebene, um die Besten ihrer Zunft zu wählen.

Writing steht somit für eine friedliche Kultur. Es gibt allerdings auch Writer oder Crews, die auf ein bestimmtes Gebiet exklusive Hoheitsansprüche stellen. Aber in der Regel werden “Eindringlinge” einfach rigeros übermalt, um deutlich zu machen, dass es sich um exklusives Hoheitsgebiet handelt. Das ist dann schon ein deutliches Zeichen, denn eigentlich gilt unter Graffiti Künstlern das unausgesprochene Gesetz, dass ein Graffito nicht übermalt werden sollte.

Graffiti, eine Kunst mit vielen Gesichtern

Donnerstag, März 4th, 2010

Unter dem Begriff Graffiti, Einzahl Graffito, versteht man “von privater Hand angebrachter Bilder oder Schriftzüge auf Oberflächen des öffentlichen Raums”. Wenn man sich mal auf den Straßen umschaut, sieht man viele verschiedene Arten von Graffiti (Graffiti Stil/Graffiti Style). Und wer sich schon genauer mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, dass es für all diese Formen auch eigene Bezeichnungen gibt. Manchmal fällt es allerdings schwer, den angewandten Graffiti Stil zu erkennen und einer bestimmten Kategorie zuzuordnen, da sich die Techniken der verschiedenen Graffiti Styles oftmals überschneiden.

Trotzdem gibt es für jeden Stil einen eigenen Namen, und ich werde hier mal versuchen, die wichtigsten aufzulisten. Viel Spaß beim Lesen!

Sollte ich einen wichtigen Style vergessen haben, könnt ihr mich gerne kontaktieren, dann werde ich ihn natürlich sofort aufnehmen ;-)

T-Shirt des Monats
test
Archiv
Mein Buch Tipp
Share
Empfehlung
Blogverzeichnis und Webkatalog RSS Portal und Blog Verzeichnis