Ob man nun Lightwriting dem Graffiti zuordnen kann, darüber kann man sicherlich streiten. Aber selbst wenn man es nicht tut, einige Gemeinsamkeiten gibt es doch: die Künstler ziehen nachts los, und ihre Werke zu erstellen, und raus kommen oft gelungene “Kunststücke”!
Jedoch benutzen Lightwriter im Gegensatz zu Graffiti-Sprühern keine Farbdosen, sondern ziehen nachts lediglich mit Kamera, Lampen und Lichter im Gepäck los. Und ihre Werke sind noch vergänglicher als die der Graffiti Sprüher.
Im letzter Zeit hat sich das „Lightwriting“, (auf Deutsch „Lichtschreiben“), vom absoluten Underground-Phänomen zum Trend entwickelt. Mit Hilfe von Taschenlampen oder anderen Lichtquellen zeichnen die Lightwriter Muster, Figuren und Schriftzüge in die Luft, nehmen alles mit einer Digitalkamera auf und schaffen so spektakuläre Bilder mit witzigen, aber teilweise auch verblüffenden Effekten.
Und das funktioniert so: Man benötigt im Grunde nur eine Kamera mit Stativ und eine bewegliche Lichtquelle. Die Belichtungszeit auf etwa 30 Sekunden einstellen, auslösen und mit Taschenlampe, LED-Leuchte oder einer anderen beliebigen Lichtquelle in die dunkle Stadtlandschaft malen. Dank Langzeitbelichtung und sehr klein eingestellter Blende zeichnet die Kamera alles auf, was hell ist oder sich nicht bewegt. Auf dem Foto sind später also lediglich das Kunstwerk und die Umgebung, nicht aber der Künstler selbst zu sehen. Mit ein wenig Fantasie und viel Übung entstehen so bunte Bilder, wie zum Beispiel leuchtende Strichmännchen auf Parkbänken, Mülleimer mit glühenden Roboter-Antennen, futuristische Streifen auf Hauswänden oder flimmernde Herzen über Hochhausdächern. Mit Stopptrick und Einzelbild-Animation sind sogar Filme möglich.
Gefunden im ksta (Kölner Stadtanzeiger)



