Archive for the ‘Allgemein’ Category

How to: Große Schablonen für Stencil Graffiti

Samstag, Mai 1st, 2010

Die Herausforderung bei einem Stencil Graffiti liegt nicht im Sprühen des Graffiti… es liegt vielmehr darin, so eine Schablone (Stencil) zu erstellen. Man kann entweder selbst eine Vorlage zeichnen und dann ausschneiden, oder man benutzt zur Vorbereitung ein Bildbearbeitungsprogramm. Aber wie stelle ich eine Schablone her, die größer ist als normales DinA4 Format?

Dieses Video zeigt Dir, wie Du die “Seite einrichten” Einstellungen in MS Paint änderst, um eine Schablone auf mehreren Seiten ausdrucken zu können.

Banksy Raub in L.A.

Donnerstag, April 15th, 2010

Wie ja vor zwei Tagen erst berichtet, konnte L.A. sich über ein neues Piece von Banksy freuen… die Betonung liegt auf “konnte”!

Anscheinend ist das gute Stück postwendend entfernt worden. Man geht davon aus, dass bei der Entwendung der in L.A. “berüchtigte” Kunsthändler namens “Doug Christmas” involviert ist. Dieser hat den Besitz wohl bestätigt… allerdings hat Banksy selbst weder bestätigt, dass es überhaupt sein Werk ist, noch dass er es an den Kunsthändler “abgetreten” hat… somit wird Mr. Christmas wohl in Erklärungsnot kommen.

Auf alle Fälle ist L.A. gerade “not amused!” Was soll man sagen… Wild Wild West!

Die ganze Story kann man auf “jetsetgraffiti.com” nachlesen.

Spend a day with Banksy

Donnerstag, März 18th, 2010

BBC England ist es gelungen, einen Tag mit dem Graffiti Künstler Banksy zu verbringen, der sich ja bekanntlich eigentlich immer im Hintergrund hält…

Wie sieht so ein Tag wohl aus? Seht selbst, Face to Face with Banksy:

Was würde wir nur ohne den britischen Humor machen…?

Politisches Graffiti: Ein Währungsfonds für Euroland

Sonntag, März 7th, 2010

Hier ein politisches Graffiti aus Griechenland, das den Euro als “Monster des Kapitalismus” darstellt.

Es entstand in Athen während des Generalstreiks am 10. Februar.

Graffiti im Wandel der Zeit

Mittwoch, März 3rd, 2010

Graffiti Kunst unterliegt einem ständigen Wechsel. Weltweit werden quasi über Nacht neue Werke in den Städten erschaffen, die mehr oder weniger künstlerisch wertvoll sind. Neue Künstler mit immer neuen Ideen und Vorgehensweisen lösen verblasste Bilder ab, in einem ständigen Prozess der Erneuerung und Metamorphose. Ob von Berlin nach Tokio, Barcelona nach New York, Mailand nach Sydney, auf Wandflächen können die Künstler ihrer Fantasie freien Lauf lassen, um immer neue grafische und typografische Formen hervorzubringen. Gegenwärtige Graffiti Kunst reflektiert mehr und mehr die sie umgebende Umwelt. Durch die Nutzung von immer neuen Materialien und Techniken kreieren die Künstler eine originelle Sprache in Formen und Bildern, beeinflusst durch zeitgemäße Kunst.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte überwiegend das „taggen“ (Anbringen von Namen) eine große Rolle, woraus sich ab Mitte des letzten Jahrhunderts dann das „writing“ (Schrift als Basis des Graffiti) entwickelte. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts kamen dann mehr und mehr bildliche Motive hinzu.

Hier eine kleine Auswahl an Bildern, um diese Entwicklung darzustellen:

Tribut an Charlie "Bird" Parker

Als z.B. der Jazz-Saxophonist Charlie „Bird“ Parker 1955 stirbt, erscheint an den Jazzclubs in New-York kurze Zeit später der Spruch „Bird Lives!“ (siehe Foto rechts).

"Clapton is God"

Ein mittlerweile berühmtes Foto (siehe Foto links) dokumentiert heute das Graffito mit dem Spruch „Clapton is God“, welches erstmals 1967 in einer Londoner Underground Station durch einen Unbekannten gesprüht wurde. Dieser verbreitete sich daraufhin auch an anderen Orten in der Stadt.

Im Zuge der APO und Studentenbewegungen in den 1960er-Jahren finden sich dann vermehrt politische Graffiti. Das wohl bekannteste ist allerdings bereits 1958 entstanden – das legendäre Peace Zeichen. Das Bild (siehe Foto unten rechts) zeigt zwar ein neueres Graffito des Zeichens, angefertigt vom englischen Graffiti Künstler „Banksy“, leitet dafür aber prima über in die Ära der „Stencils“ (Schablonengraffiti).

"Peace" von Banksy

Besonders Punks gehörten offenbar zu den ersten, die Stencils im öffentlichen Raum in einem künstlerischen Kontext verwendeten. Amsterdam kann hierfür zu eines der Zentren gezählt werden.

"Le Rats"

"Le Rats"

Daneben gilt Paris als ein Ort, in dem sich die mehr und mehr bildliche Darstellung von Graffiti entwickelte. Dort verteilt u.a. „Blek le Rat“ seit 1981 (anfangs noch als Duo) seine Schablonengraffiti auf diversen Wänden, nachdem er nach eigenen Aussagen kläglich daran gescheitert war, mit seinem Partner ein Peace Zeichen im amerikanischen Writing-Stil zu sprühen (siehe Foto unten rechts).

Man könnte unendlich lange über die Entwicklung des Graffiti berichten…

Fest steht, dass sich besonders in den letzten Jahren die Botschaften von einfachen tags zu persönlichen Logos und einfache Schriftzeichen zu Iconographie entwickelt hat. Umtransformierte Schilder, ausdrucksvolle Zeichnungen und Symbole und sehr kuriose Charakteren repräsentieren heute die weltweite „Outdoor Gallerie“ der freien Kunst.

Längste Graffiti-Rolle der Welt

Dienstag, März 2nd, 2010

Die längste Graffiti-Rolle der Welt mit Eintrag im Guiness Buch der Rekorde findet man in Griechenland.

Sie wurde am 15. Dezember 2008 auf Korfu erstellt und hat eine Länge von 700,92m, bei einer Höhe von 1,60m. Bei der Erstellung waren 2503 Leute beteiligt. Anlass der Erstellung war die Wohltätigkeitsveranstaltung “Smile of the Child” (To hamogelo tou pediou), durchgeführt durch “Anemos Events”

Graffiti, eine Erfindung des 20. Jahrhunderts?

Montag, März 1st, 2010

Graffiti kennt nun ja doch jeder! Also, zumindest mir geht es so, dass ich mich seit meiner frühesten Jugend an Schriften, Bilder oder Zeichen an Wänden oder auf Schildern erinnern kann. Doch wann hat denn das mit dem Graffiti überhaupt angefangen? In den 60iger, oder den wilden 70iger Jahren? Oder doch schon früher? Da mich das doch sehr neugierig gemacht hat, habe da mal etwas recherchiert, und verblüffende Tatsachen über die Entstehungszeit des Graffiti gefunden.

Wenn man von Graffiti per Definition ausgeht, sind die ersten “Zeichen” bereits im alten Ägypten (2707-2216 v. Chr.!!) entstanden. Bereits im sog. „Alten Reich“ wurden Tempel, Statuen, Felsen und Gräber mit Graffiti in verschiedenen Sprachen und Schriften verziert. Thematisch ging es damals alledings hauptsächlich um Segenswünsche, Gebete, Verehrungen von Göttern und Tempel-Eide.

Karikatur eines Politiker in Pompeji

Karikatur eines Politiker im alten Pompeji

Aber auch die alten Römer (z.B. in Pompeji, das bereits 79 n. Chr. unterging) und Griechen nutzten Graffiti dafür, die Lebenssituation der Menschen oder Gladiatorenkämpfe darzustellen, oder um Karikaturen und andere Zeichnungen festzuhalten.

Und die Maya hinterließen in der antiken Stadt Tikal ebenfalls reichlich Graffiti, die wahrscheinlich bis ca. 100 v. Chr. zurückreichen.
Damals war das Anbringen von Graffiti noch nichts Verwerfliches, im Gegenteil, die Inhalte der antiken Graffiti bieten grandiose Einblicke in den damaligen Alltag der Menschen.

Kurzer Break in Geschichte, und ein Appell des Autors an alle Graffiti Künstler: Bitte schreibt, malt, sprayt und kreiert ganz tolle Graffiti, damit die Leute in 1000-2000 Jahren auch einen guten Eindruck von uns bekommen!

Runen-Graffiti der Wikinger

Spuren von Graffiti finden sich seither in sämtlichen Jahrhunderten wieder. So zieren z.B. Runen ca. seit dem 9. Jahrhundert eine Balustrade der Hagia Sophia in Istanbul. Sie wurden wahrscheinlich von einem Wikinger namens Halvdan eingeritzt.  Auch waren die Wikinger Vorreiter des heutigen Klograffiti.

Interessant ist auch, dass sich das „fahrende Volk“ untereinander seit dem 12/13 Jahrhundert mit sog. „Zinken“ über die lokale Situation informiert. Bestimmte Graffiti werden als Geheimzeichen z.B. an Zäunen oder Wohnhäuser genutzt, um anzuzeigen, ob es dort etwas zu holen gibt.

Gruß auf dem "Inscription Rock"

In New Mexico wurden seit Anfang des 17. Jahrhunderts Graffiti in Form von Inschriften in den sog. „Inscription Rock“ geritzt. Der spanische Abenteurer Don Juan de Oñate war
der erste, der sich im Jahr 1605 dort verewigt hat. Nach ihm haben dies noch ca. 2000 andere Personen getan, heute allerdings ist es verboten.

Graffiti Spuren aus dem 18. und 19. Jahrhundert findet man u.a. in der Klosterschule Bebenhausen. Zöglinge des Klosters ritzten ihre Namen in die Mauern des Kreuzganges.

Vorlage für das Birnengraffiti

Der „Bürgerkönig“ Ludwig Phillip I. von Frankreich löste in Paris nach seinem Amtsantritt 1830 eine Graffiti Welle aus, ohne es jedoch zu ahnen. Beliebtes Motiv war damals das sog. “Birnengraffiti”, welches auf eine damals populäre Karikatur des Bürgerkönigs zurückzuführen ist, in der dessen Kopf zu einer Birne verwandelt wurde.

Graffiti aus ganz praktischen Gründen hat der Mathematiker William Rowan Hamilton angewandt, der 1843 spontan die Multiplikationsformel der Quaternionen in einen Stein der Broom Bridge in Dublin eingeritzt hat, damit er die lange gesuchte Lösung nicht vergisst. Dieses Graffiti ist heute als Gedenkstein zu bewundern.

Wer also gedacht hat, dass Graffiti erst im letzten Jahrhundert seinen Anfang fand, der hat weit gefehlt.

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