Blek le Rat, geb. in Boulogne-Billancourt/ Frankreich, gilt als Urvater des Stencil Graffiti, obwohl diese Technik vor ihm schon Punks angewendet haben. Bei seinem Pseudonym hat ihn wohl der italienische Comic namens „Blek le Roc“ inspiriert.
Blek le Rat, mit bürgerlichen Namen Xavier Prou, hat zuerst Grafik studiert und anschließend an der Pariser “École des Beaux Arts” Architektur.
Seine Sprayer Karriere begann zunächst zusammen mit seinem Freund Gérard Dumas, zusammen nannten sie sich „BLEK“. Als ihm anfangs eines seiner freihändigen Pieces in seinen Augen total misslang, entschloss er sich, für seine arbeiten Schablonen (Pochoirs) anzufertigen. Auch hier scheint in Italien inspiriert zu haben, da er doch dort schon kleine Schablonen Graffiti auf einer Urlaubsreise mit seinen Eltern gesehen hatte. Somit befasste er sich mit dem Erstellen von Schablonen, seine ersten Motive waren Ratten, Bananen und Panzer, alles im Kleinformat. Das Duo BLEK blieb bis 1983 zusammen, nach der Trennung erst nannte er sich dann „Blek le Rat“.
Man sagt, dass Blek le Rats künstlerische Weiterentwicklung maßgeblich von dem Film „The Bigger Splash“ beeinflusst wurde. Er war wohl sehr beeindruckt von einer Szene, in der eine Figur an die Wand eines Appartements gemalt wurde – für Blek le Rat offenbar das Beeindruckendste, was er jemals gesehen hatte.
Sein erstes Stencil Graffito in Großformat ist der alte Ire mit Schirmmütze, der schimpfend gegen britische Soldaten in Belfast protestiert, angelehnt an die Unruhen dort im Jahr 1971.
Somit war der Sprung in die großformatigen Stencil Graffiti für ihn getan, und es folgten viele weitere Arbeiten in diesem Stil. So zollte er z. B. Tom Waits mit einem Werk Tribute oder Andy Warhol, Francois Mitterand oder Marcel Dassault, um nur einige zu nennen. Inspiriert wurde er auch von Malern wie Dali, Michelangelo oder Caravaggio.
Blek le Rat selbst sagt zu seinen Arbeiten:
“Sie sind meine Gestalten, sie ähneln mir alle irgendwie, sie stellten mich der Welt vor, wie eine Person sich einer anderen vorstellt. Wann immer ich sie auf die Wände malte, hatte ich das Gefühl, einen Teil von mir selbst an den Wänden aller Städte, die ich besuchte, zu lassen.”
Außer in seiner Heimatstadt Paris wirkte er unter anderem in Städten wie Berlin, London, New York, San Francisco, Florenz und Buenos Aires.